Marienburg (Westpreußen)

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Letzte Aktualisierung:
23.09.2016

Schloß Marienburg von Osten  im Jahre 2016

Die Marienburg von Osten, Foto 2016


Schloß Marienburg von Osten  im Jahre 2016

Die Marienkirche, Foto 2016


Als der Zweite Weltkrieg endete, sind fast alle Bewohner der Stadt und des Kreises Marienburg geflohen oder vertrieben worden. Die Flüchtlinge und Vertriebenen mußten sehen, wo sie im besetzten Deutschland oder im Ausland unterkamen. In der Not der Nachkriegszeit versuchten sie sogleich, Lebenszeichen ihrer Angehörigen, ihrer Freunde und Bekannten zu erhalten. Erste Verbindungen wurden geknüpft, zunächst durch Briefe und Rundbriefe (Zeitungen waren verboten), dann durch persönliche Kontakte (Zusammenschlüsse waren Flüchtlingen und Vertriebenen verboten). Es ging damals ums Überleben, denn mit dem Verlust der Heimat war auch die Existenzgrundlage entzogen.
Als die Verbote gelockert wurden, kamen 1949 rund zweitausend Marienburger in Hamburg zusammen.
Die materielle Not der damaligen Zeit ist längst überwunden. Geblieben sind Erinnerungen an schlimme Erlebnisse, geblieben ist das Gefühl der Zusammengehörigkeit, geblieben ist die Bindung an die Heimat.
Die Heimatbindung zeigt sich in ungezählten Begegnungen der deutschen Marienburger mit den jetzigen polnischen Marienburgern. Es seien nur diese Begegnungen genannt, die in Marienburg stattfanden: das Begegnungsfest 2006, das Bundestreffen 2007, die Trauerfeier für die Toten von Marienburg 2009, das Bundestreffen 2015 und die Veranstaltungen zur Wiederherstellung der Marienfigur 2016.
Viele Begegnungen zeigten, wo in Marienburg eine gewisse Unterstützung hilfreich wäre – und es wurde und wird geholfen. Unterstützung erhielten soziale Einrichtungen (Johanniter-Sozialstation, Krankenhaus, Waisenhaus, Altersheim, Obdachlosenasyl), aber auch das katholische Gymnasium und die deutsche Minderheit. Das mittelalterliche Jerusalemhospital wurde wiederhergestellt und dient nun als deutsch-polnische Begegnungsstätte.
Vorträge und Veröffentlichungen halten die Marienburger Geschichte lebendig. Erwähnt seien nur das Neue Marienburger Heimatbuch von 1967 und das Marienburger Geschichtsbuch von 2006. Auch auf Veröffentlichungen in Polen sei hingewiesen, zum Beispiel auf den Historischen Atlas Polnischer Städte, Band I, Heft 5, Marienburg (2002) und auf die Marienburger Chronik des 20. Jahrhunderts. In Marienburg wird Geschichte wachgehalten durch Gedenktafeln (polnisch und deutsch) an der früheren Winrich-von-Kniprode-Schule, in der früheren Luisenschule, auf dem ehemaligen evangelischen Friedhof von St. Georgen und auf dem ehemaligen katholischen Friedhof an der Birkgasse.
All dies wurde möglich, weil deutsche und polnische Marienburger aufeinander zugegangen sind und vertrauensvoll zusammenwirken.



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